Klima

29. September 2009

Erste Stadt verbietet Wasserverkauf in Flaschen

Sydney (dpa) - Ein kleiner Ort in Australien hat wahrscheinlich als erster der Welt den Verkauf von Wasser in Flaschen verboten. Mit diesem Beitrag zum Umweltschutz hat Bundanoon rund 120 Kilometer südlich von Sydney weltweit Aufmerksamkeit erregt.


Seit Samstag stehen in der Stadt Wasserspender zum kostenlosen Auffüllen mitgebrachter Flaschen. Die 2500 Einwohner feierten die Umstellung mit einer Parade und einem Fest. «Während die Politiker sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen, sollten wir nie vergessen, dass jeder einzelne von uns etwas bewegen kann», sagte Ladenbesitzer Huw Kingston der Zeitung «Southern Highland News».

Die 2500 Einwohner hatten das Flaschenverbot im Juli beschlossen. Auslöser war die Anfrage einer Getränkefirma, die Wasser aus einem nahe gelegenen Grundwasserreservoir für den Flaschenwassermarkt abpumpen wollte. Die Einwohner waren empört und begannen eine Debatte über Flaschenwasser allgemein. Die Gemeinde schlug schließlich das Verbot von Flaschenwasser vor. Bei der Abstimmung waren 355 Einwohner dafür, einer dagegen.

«Man verbraucht Unmengen Ressourcen, um Wasser zu fördern, abzufüllen und zu transportieren», meinte Jon Dee, Direktor der Umweltgruppe «Do Something». Die Wasserflaschenindustrie suggeriere durch cleveres Marketing, dass Wasser in Flaschen gekauft werden müsse, doch sei das völlig unnötig. Um Wasser in Flaschen abzufüllen, sei 2000 mal so viel Energie nötig wie zur Produktion derselben Menge Trinkwasser aus dem heimischen Wasserhahn, meinte die Umweltgruppe «Eco Worldly».

Quelle: greenpeace-magazin