13. März 2011

A 49 - ein Akt der Gier


Langsam dämmert es den Schwalmstädtern. Auch ihre Stadt soll nun tatsächlich eine Autobahn bekommen. Die damit verbundenen Heilsversprechen erinnern an Helmut Kohls "blühende Landschaften". Leider wird nach dem Autobahnbau deutlich weniger Natur existieren, wo etwas blühen könnte. Auch ein Aufblühen der heimischen Wirtschaft wird es nicht geben. Vielmehr wird der Bestand mittelständischer Betriebe in Schwalmstadt gefährdet, weil - wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge - die Kaufkraft der Menschen aus unserer Region nach Kassel, Marburg und Giessen abfließen wird.

Das will aber keiner hören. Weil Menschen glauben, mehr verkaufen zu können, schneller von Schwalmstadt nach Frankfurt oder Kassel zu kommen oder mehr Wählerstimmen einzufahren, wenn die Autobahn gebaut wird, sind sie bereit, ein wunderschönes Stück Natur zu zerstören, noch mehr zur Vergiftung unserer Atemluft beizutragen und sich und ihre Mitmenschen krank machenden Lärm auszusetzen. Wann kommen wir endlich zur Besinnung?

"Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann." Diese Weissagung, die dem Indianerstamm der Cree zugesprochen wird, bringt in wenigen Worten den Irrsinn eines falschen Fortschrittsglaubens auf den Punkt.

Andreas Eckert