13. März 2011

Für nachhaltige Stadtentwicklung

Schwalmstadt mit seinen 13 Stadtteilen steht in den kommenden Jahren vor einer großen Herausforderung. Der demografische Wandel und der Wandel der Gesellschaft hinterlassen auch in unserer Stadt deutliche Spuren.


Während die Einwohnerzahlen in den umliegenden Gemeinden deutlich zurückgehen, sind sie in Schwalmstadt noch weitestgehend stabil. Das ist auf die noch vorhandene Infrastruktur, insbesondere in den städtisch geprägten Stadtteilen Treysa und Ziegenhain, zurück zu führen. Dieses Potenzial gilt es in den kommenden Jahren zu nutzen und aus zu bauen. Ein Besinnen auf die Qualitäten des Standortes Schwalmstadt ist geboten.

Der Charme der historischen Bereiche mit seinen engen Gassen und verschiedenen Plätzen ist ein hohes Gut. Die Entwicklung der Kernbereiche der Dörfer ist dabei gleichbedeutend mit dem Erhalt der historischen Innenstädte von Treysa und Ziegenhain. Das heute noch sichtbare, aber in vielen Stadtteilen bedrohte historische Erscheinungsbild darf nicht weiter beschädigt werden. Hier gilt es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wege zu finden, die eine Belebung der Kernbereiche ermöglichen.

Dazu gehört es, die weitere Zersiedelung zu stoppen. Das bedeutet, auf die Ausweisung neuer Baugebiete zu verzichten und stattdessen die Ortskerne wieder zu beleben. Die städtebauliche Planung muss allen Lebenslagen der Bürgerinnen und Bürger gerecht werden. Dabei spielt Barrierefreiheit eine große Rolle, die vielen nutzt und niemandem schadet.

Neben der Pflege des historischen Erscheinungsbildes sind neue Wege in der Stadtgestaltung erforderlich. Diese müssen ausgerichtet sein an den Bedürfnissen der hier lebenden Menschen. Dabei ist auch auf ein Gleichgewicht zwischen ökonomischer Machbarkeit und Sinnhaftigkeit, ökologischer Verträglichkeit sowie sozialer Ausgewogenheit zu achten. Der vorhandene Wohnraum muss besser, d.h. effektiver genutzt werden. Bei neu zu schaffendem Wohnraum ist ein besonderes Augenmerk auf Barrierefreiheit für ältere und behinderte Menschen zu legen. In Kooperation mit verlässlichen Partnern aus dem Bereich des Wohnungsbaus soll ein gesunder Mix aus Wohnraum für Jung und Alt, für Alleinstehende und Familien entstehen. Ein kommunales Handlungskonzept Wohnen muss ebenso Modelle autofreien Lebens umfassen wie auch genossenschaftliche Projekte und Baugemeinschaften. Wir wollen innovative Wohnformen unterstützen und fördern, die integratives und nachbarschaftliches Wohnen in die Tat umsetzen wollen.

Wir setzen auch in Zukunft auf starke Stadtteile mit eigener Infrastruktur und gewachsenen Strukturen. Das Leben in den Stadtteilen muss für Familien mit Kindern, für Seniorinnen und Senioren, für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen, d. h. für alle Generationen und Gruppen der Gesellschaft attraktiv sein. Wir wollen deshalb die Stadtteile in den Bereichen Wohnen, Leben, Einkaufen, medizinische Versorgung und Arbeiten weiter stärken, um kurze Wege zu ermöglichen.

Für den Bezug zur Gesamtstadt sind die Sicherung und der Ausbau einer umweltverträglichen Verkehrsanbindung aller Ortsteile an Treysa und Ziegenhain erforderlich. Statt der Schaffung eines überdimensionierten Einkaufszentrums im Wieragrund steht für die GRÜNEN die Reaktivierung vorhandener Leerstände im Vordergrund. Die Belebung der brachliegenden Geschäftsflächen in Bahnhofstraße, Wagnergasse und in der Oberstadt in Verbindung mit einer maßvollen Ergänzung durch Neubauten würde der Attraktivität der gesamten Stadt dienen.

Die Überlegungen der GRÜNEN Schwalmstadt beschränken sich nicht nur auf die zukünftige Entwicklung des Wieragrundes. Dieser sensible städtische Raum steht völlig zu Recht im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Denn hier sind schon jetzt Folgen ab zu sehen, die in verschiedenen Bereichen weit in die Zukunft Schwalmstadts reichen werden.