16. August 2010

GRÜNE wollen grünen Wieragrund

Die Stadt Schwalmstadt plant im Wieragrund eine millionenteure Straße mit großem Parkplatz und überdimensionierten Kaufhallen im Stile des Walkmühlenzentrums. Die Grünen meinen, dies führt zu Ausgabenstreichungen in vielen anderen Bereichen und ist eine vergebene Chance für eine Stadtplanung, die auf zukünftige Entwicklungen und die Situation vor Ort und die Rahmenbedingungen eingeht.


Positionen der Grünen:

  1. Es ist auf den Bau der millionenteuren Straße zu verzichten.
  2. Stadtplatz statt Parkplatz: Der Wieragrund ist zu wichtig, um ihn mit der primären Funktion "Parkplatz mit Verkaufsflächen ohne Gesicht" zu versehen. Er muss ein attraktiver Platz der Kommunikation, ein "Stadtplatz" für Bürger werden, die dort flanieren, Kaffee trinken oder in Geschäften bummeln wollen. Dazu sind der Parkraum und die Gebäudegrößen wesentlich zu verkleinern.
  3. Die älter werdende Stadt Schwalmstadt braucht innerstädtisch attraktiven Wohnraum für alle Generationen. Ein Mehrgenerationenhaus mit Garten zur Wiera hätte hier einen guten Platz. Auch ein Gesundheitszentrum hätte hier eine bessere Lage als am Stadtrand.
  4. Das Wasser der Wiera und das Grün des Viertels müssen den Kern der Planung des Wieragrunds ausmachen. Das städtische Kleinod darf nicht einem zweiten Walkmühlenzentrum zum Opfer fallen. Begrünte Wege entlang des Wassers, kleine Brücken, Bänke zum Ausruhen und Spielorte für Kinder müssen das Bild prägen.
  5. Außerdem ist eine kleinteilige Bebauung statt großer Kaufblöcke nötig, die bei sinkenden Einwohnerzahlen zu Investitionsruinen werden könnten. Die Gebäude müssen attraktiv und wie in der Bahnhofstraße als Häuser mit Maß gestaltet werden. Die bestehenden Häuser in der Bahnhofstraße und in den angrenzenden Straßen sollten saniert und das gesamte Viertel einbezogen werden.
  6. Es ist eine Gesamtplanung mit einer Weiterentwicklung der Bahnhofstraße zur Fußgängerzone vorzunehmen. Weiterhin ist eine öffnende Anbindung an die Bahnhofstraße erforderlich (z.B. Fußweg zwischen Wiera und Cafe Klingelhöfer).
  7. In der Verkehrsplanung muss viel stärker auf den Fußgänger- und Radverkehr geachtet werden statt neue Problempunkte zu schaffen. Mit der vorliegenden Planung wird ein Knotenpunkt geschaffen, der nicht in der Lage ist die vorhandenen und zukünftigen Verkehre (Prognose für die Wieragrundstraße 11.000 KFZ/Tag ohne Berücksichtigung der A49) zu bewältigen.
  8. Stattdessen ist der Verkehr zwischen Mainzer Brücke und Wierastraße über die Zwalmstraße zu leiten, die Bahnhofsstraße zwischen Hexengässchen und Wagnergasse zur Fußgängerzone zu deklarieren und die Anbindung des Wieragrundes über das Hexengässchen und eine kleine Brücke zur Wierastraße zu gestalten.

 

Rahmenbedingungen:

I. Der Wieragrund ist ein attraktiver, innerstädtischer und "grüner", von der Wiera und dem Mühlgraben durchflossener, baumbestandener Ort, dessen Qualität es herauszuarbeiten gilt.

II. Die unmittelbar angrenzende Einkaufsregion Bahnhofsstraße eignet sich für eine Fußgängerzone und ist kleinteilig bebaut.

III. Eine mit größeren Verkaufsflächen und Parkplatz ausgestattete Fläche (Walkmühlenzentrum) ist in unmittelbarer Nähe vorhanden und bei Bedarf ausbaubar (Gelände Kohl & Sohn).

IV. Schwalmstadt ist eine Gemeinde mit zukünftig sinkender und älter werdender Bevölkerung.

V. Der Gemeinde Schwalmstadt fehlt es an Geld. Die geplanten Straßenbaumaßnahmen würden jeglichen Gestaltungsspielraum auf Jahre verhindern.


Die Straße wird zu teuer!

Grüne schlagen Diskussionsforum vor:

Die Grünen sind der Meinung, dass die Stadtplanung nicht allein kurzfristigen Marktinteressen überlassen werden darf, demographische Rahmenbedingungen und leere Stadtsäckel beachtet werden und die Bürger stark beteiligt werden müssen.

Wir Grüne schlagen daher ein Diskussionsforum vor und laden alle Interessierten ein, an der Gründung eines Bürgerkreises nach dem Vorbild des "Forums Ziegenhain" teilzunehmen. Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bei den Schwalmstädter Grünen.

(Kontakt A. Eckert Tel. 918240)