13. Februar 2011

Klimagerechte Energiepolitik in Hessen vorantreiben - keine neuen Kohlekraftwerke bauen

Ausschnitte aus einer Rede von Tarek Al-Wazir vom 3. Mai 2007 zum Thema Staudinger:


Foto "Kohlekraftwerk Staudinger" von R_by_Klaus-Uwe-Gerhardt_pixelio.de

"Ich hab dies alles gesagt, weil es schon verrückt ist, dass in diese Situation und angesichts dieser Diskussion jemand auf die Idee kommt, ein altes Kohlekraftwerk durch ein neues, größeres Kohlekraftwerk zu ersetzen. Wer angesichts dieser Situation in Hessen den weltgrößten Steinkohlekraftwerksblock bauen will, der ist nicht von dieser Welt." (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei Abgeordneten der SPD)

"Der Energiekonzern E.ON plant, am Standort Staudinger bei Hanau den - ich sage es noch einmal - weltgrößten Steinkohlekraftwerkblock zu bauen. Wer wissen will, was das heißt, der muss sich nur vergegenwärtigen, wie groß die Kohlendioxid- emissionen eines solchen Kraftwerks im Vergleich zu anderen fossilen Kraftwerken sind. Wir haben bei Import steinkohle - dieser Block wird mit Importsteinkohle betrieben werden, so er denn gebaut wird - ein CO2-Äquivalent von ungefähr 950 g pro erzeugter Kilowattstunde. Zum Vergleich: Ein Erdgas- und Dampfkraftwerk stößt 420 g CO2 pro erzeugter Kilowattstunde aus, also weniger als die Hälfte. Wenn man dieses Erdgas- und Dampfkraftwerk an einem geeigneten Standort baut, wo man auch mit der entstehenden Wärme etwas anfangen kann, also auch ein Heizkraftwerk daraus macht, dann kommen wir zu einem CO2-Äquivalent von 148 g pro erzeugter Kilowattstunde. Wenn man dieses Kraftwerk nicht als einzelnes Kraftwerk, sondern dezentral in Form von Blockheizkraftwerken bauen würde, dann wären bei einem CO2-Äquivalent von 49 g pro erzeugter Kilowattstunde. Vergleichen Sie das mit den 949 g, die ein Kraftwerk, das mit Importsteinkohle betrieben wird, ausstößt. Dann fällt Ihnen auf, dass das ein Irrsinnsprojekt ist."

Die komplette Rede findet man hier.